Wer nach einem Anbieter für die psychische Gefährdungsbeurteilung sucht, steht schnell vor einer unübersichtlichen Auswahl: Beratungsunternehmen, Berufsgenossenschaften, Online-Tools und Komplett-Kits richten sich gleichermaßen an Geschäftsführer und HR-Verantwortliche. § 5 ArbSchG verpflichtet Arbeitgeber, auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz systematisch zu beurteilen – die Frage ist also nicht, ob Sie das Thema angehen, sondern wie.

Dieser Beitrag stellt sieben Anbieter vor und ordnet ein, für wen sich welcher Ansatz eignet. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen gibt es inzwischen Lösungen, die den Prozess deutlich vereinfachen und ohne externe Berater auskommen. Falls Sie sich zunächst mit den Grundlagen vertraut machen möchten, finden Sie in unserem Leitfaden zum Erkennen psychischer Risiken in KMU einen guten Einstieg.

Worauf es bei der Anbieterwahl ankommt

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung erfüllt zwei Zwecke zugleich: Sie weist gegenüber Behörden nach, dass Sie Ihrer gesetzlichen Pflicht nach § 5 ArbSchG nachkommen – und sie liefert Ihnen konkrete Hinweise, wo im Betrieb Belastungen entstehen. Wer Belastungen regelmäßig erfasst und daraus Maßnahmen ableitet, kann das Arbeitsklima verbessern und Belastungsquellen frühzeitig entschärfen. Eine einmalige Analyse reicht dafür erfahrungsgemäß nicht aus.

Bei der Auswahl eines Anbieters sollten Sie deshalb auf vier Punkte achten:

  • Rechtssicherheit: Entspricht die Methode den Anforderungen des § 5 ArbSchG und den GDA-Leitlinien? Erhalten Sie eine Dokumentation, die Sie bei einer behördlichen Kontrolle vorlegen können?
  • Kosten und Aufwand: Können Sie den Prozess intern abwickeln oder benötigen Sie externe Berater?
  • Digitale Unterstützung: Gibt es Fragebögen, Auswertungstools und Vorlagen, die die Umsetzung erleichtern?
  • Anpassbarkeit: Passt die Lösung zu Ihrer Branche, Ihrer Unternehmensgröße und zu Arbeitsformen wie Homeoffice oder Schichtarbeit?
Gefährdungsbeurteilung ohne Berater erledigen

Das GA-Psyche KIT führt KMU Schritt für Schritt durch die psychische Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG – digital, anonym und mit Zertifikat für die Behörde. Testen Sie es unverbindlich.

Die 7 Anbieter für die psychische Gefährdungsbeurteilung im Überblick

1. GA-Psyche KIT

Das GA-Psyche KIT der Kiwimo Product GmbH ist eine digitale Lösung, mit der kleine und mittlere Unternehmen die psychische Gefährdungsbeurteilung eigenständig durchführen – ohne externe Berater. Das System führt Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess: von der anonymen Mitarbeiterbefragung über die automatische Auswertung bis zu konkreten Maßnahmenvorschlägen. Am Ende erhalten Sie ein Zertifikat zur Vorlage bei Prüfbehörden wie der Gewerbeaufsicht oder der Berufsgenossenschaft – ein Nachweis, dass die Beurteilung ordnungsgemäß nach § 5 ArbSchG durchgeführt wurde.

Das KIT richtet sich an Unternehmen mit etwa 10 bis 250 Mitarbeitenden; je nach Betriebsgröße stehen unterschiedliche Pakete zur Verfügung. Dank vorbereiteter Abläufe, Fragebögen und Auswertungen können auch Verantwortliche ohne arbeitspsychologische Vorkenntnisse die Beurteilung durchführen – das spart Beratungskosten und reduziert den Zeitaufwand deutlich. Einen Überblick über Ablauf und Funktionen finden Sie unter Funktionen, die Pakete unter Preise.

2. Ecoprotec PHIT

Zu Ecoprotec PHIT liegen derzeit keine umfassenden, verifizierten Informationen über den Leistungsumfang im Bereich der psychischen Gefährdungsbeurteilung für KMU vor. Der Anbieter positioniert sich im Umfeld digitaler Arbeitsschutzlösungen; Details zu Dokumentation, branchenspezifischen Anpassungen oder Kosten sollten Sie direkt beim Anbieter erfragen und mit Ihren Anforderungen abgleichen.

3. moveUP GBU Psyche

moveUP GBU Psyche verfolgt einen beratungsorientierten Ansatz: Gemeinsam mit dem Unternehmen werden die Ziele der Gefährdungsbeurteilung definiert, anschließend analysieren die Fachleute des Anbieters die Ergebnisse und entwickeln daraus umsetzbare Maßnahmen. Die enge Zusammenarbeit bereits in der Planungsphase erlaubt eine Anpassung an unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen. Wer mehr über die eingesetzten Tools und Vorlagen erfahren möchte, sollte sich direkt an den Anbieter wenden.

4. PIMA

PIMA wird als Anbieter für psychische Gefährdungsbeurteilungen genannt, allerdings stehen aktuell keine überprüften Informationen zum konkreten Leistungsumfang zur Verfügung. Für genauere Details empfiehlt sich der direkte Kontakt mit dem Anbieter.

Sehen Sie sich den Ablauf in Ruhe an

Von der anonymen Mitarbeiterbefragung bis zum fertigen Auditbericht: Ein Blick auf die Funktionen des GA-Psyche KIT zeigt, wie einfach der Prozess intern funktioniert.

5. DEKRA

DEKRA ist als Prüf- und Zertifizierungsorganisation bekannt und bietet darüber hinaus Leistungen an, mit denen Unternehmen psychische Gefährdungsbeurteilungen rechtskonform und anonym durchführen können. Ergänzend stellt der Anbieter Leitfäden und Vorlagen bereit, die den Einstieg in den Prozess erleichtern.

Der Ansatz eignet sich insbesondere für Unternehmen, die die Gefährdungsbeurteilung nicht nur als Pflichtaufgabe verstehen, sondern die Ergebnisse auch als Grundlage für Organisationsentwicklung und ein längerfristiges Gesundheitsmanagement nutzen möchten. Konkrete Leistungspakete und Konditionen sollten Sie direkt bei DEKRA erfragen.

6. BG prevent

Berufsgenossenschaften stellen ihren Mitgliedsbetrieben Handlungshilfen zur Erfassung psychischer Belastungen zur Verfügung und sind mit den rechtlichen Anforderungen gut vertraut. Das Angebot umfasst in der Regel Handlungsleitfäden, Fragebögen und begleitende Materialien, die sich an den Anforderungen des § 5 ArbSchG und den Empfehlungen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) orientieren.

Welche Instrumente konkret verfügbar sind, hängt von der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Betriebsgröße ab – für kleinere Unternehmen gibt es teilweise andere Materialien als für größere Betriebe. Ein Vorteil: Die Angebote sind für Mitgliedsbetriebe häufig kostenfrei. Ein Nachteil kann sein, dass die Durchführung und Auswertung weitgehend in Eigenregie erfolgt und weniger digital unterstützt wird.

7. IAS Gruppe

Die IAS Gruppe setzt auf digitale Lösungen und rechtskonforme Prozesse im Arbeitsschutz, auch bei der Beurteilung psychischer Belastungen. Der Anbieter deckt den Prozess der Gefährdungsbeurteilung digital ab und richtet sich unter anderem an kleine und mittelständische Unternehmen, die eine zuverlässige und rechtssichere Methode benötigen. Details zu Leistungsumfang und Kosten sollten Sie direkt erfragen.

Selbst durchführen oder Berater beauftragen?

Die sieben Anbieter unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: dem Grad der Eigenständigkeit. Lösungen wie moveUP setzen auf begleitende Experten, die Ergebnisse analysieren und Maßnahmen entwickeln. DEKRA und die Berufsgenossenschaften kombinieren Tools mit Vorlagen und Leitfäden. Das GA-Psyche KIT geht den Weg der vollständigen Selbstdurchführung: Unternehmen wickeln den gesamten Prozess intern ab – von der anonymen Mitarbeiterbefragung über die automatische Auswertung bis zum Zertifikat.

Für KMU ist die Kostenfrage dabei häufig entscheidend. Digitale Lösungen ermöglichen regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen ohne externe Beratungskosten. Wichtig ist in jedem Fall eine sorgfältige Dokumentation: Sie erleichtert den Umgang mit behördlichen Kontrollen und schützt vor möglichen Konsequenzen bei fehlendem Nachweis. Ein Zertifikat zur Vorlage bei Prüfbehörden – wie es etwa das GA-Psyche KIT am Ende des Prozesses erstellt – bietet hier Sicherheit. Wie ein solcher Nachweis aufgebaut ist, erläutert der Beitrag zum Audit-Bericht nach § 5 ArbSchG.

Passendes Paket für Ihre Betriebsgröße

Ob 10 oder 250 Mitarbeitende: Das GA-Psyche KIT gibt es als Starter-Variante für bis zu 50 und als Standard-KIT für bis zu 250 Mitarbeitende – inklusive Modulen für Homeoffice und Schichtarbeit.

So treffen Sie die richtige Entscheidung

Bevor Sie sich festlegen, lohnt sich ein kurzer Abgleich mit Ihrer eigenen Situation:

  1. Unternehmensgröße prüfen: Viele Angebote richten sich an bestimmte Betriebsgrößen oder staffeln ihre Pakete danach. Prüfen Sie, ob die Lösung zu Ihrer Mitarbeiterzahl passt.
  2. Arbeitsformen berücksichtigen: Wenn in Ihrem Betrieb Homeoffice oder Schichtarbeit eine Rolle spielen, achten Sie darauf, dass die Befragung diese Arbeitsformen abbildet.
  3. Nachweis klären: Fragen Sie, welche Dokumentation Sie am Ende erhalten und ob diese für Prüfbehörden geeignet ist.
  4. Informationslage bewerten: Bei Anbietern, zu denen wenige verifizierte Informationen vorliegen, holen Sie vor der Entscheidung konkrete Angaben zu Leistungsumfang und Kosten ein.

Eine breitere Übersicht über digitale Werkzeuge rund um mentale Gesundheit im Betrieb bietet zudem der Vergleich von Tools für psychische Gesundheit in KMU.

Die Wahl des passenden Anbieters für die psychische Gefährdungsbeurteilung entscheidet darüber, wie viel Zeit und Geld Sie in Ihre gesetzliche Pflicht investieren. Berufsgenossenschaften und Prüforganisationen wie DEKRA bieten fundierte Werkzeuge, beratungsorientierte Anbieter wie moveUP begleiten den Prozess persönlich. Für KMU, die alles eigenständig und kosteneffizient abwickeln möchten, ist ein Komplett-Kit wie das GA-Psyche KIT eine naheliegende Option – inklusive anonymer Befragung, automatischer Auswertung, Maßnahmenvorschlägen und Zertifikat zur Vorlage bei Behörden. Unabhängig vom Anbieter gilt: Eine gut durchgeführte Gefährdungsbeurteilung ist mehr als eine Pflichtübung – sie liefert wertvolle Erkenntnisse über Ihren Betrieb und stärkt die Zusammenarbeit im Team.

Häufige Fragen

Ist die psychische Gefährdungsbeurteilung für Unternehmen Pflicht?

Ja. Seit 2013 verlangt § 5 ArbSchG, dass Arbeitgeber auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz systematisch beurteilen. Die Pflicht gilt unabhängig von der Unternehmensgröße – auch kleine und mittlere Betriebe müssen eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und dokumentieren.

Kann ich die psychische Gefährdungsbeurteilung ohne externe Berater durchführen?

Ja, das ist möglich. Digitale Lösungen wie das GA-Psyche KIT führen Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – mit Vorlagen, anonymen Mitarbeiterbefragungen und automatischer Auswertung. So können auch Mitarbeitende ohne spezielle Vorkenntnisse die Beurteilung intern abwickeln.

Welchen Nachweis brauche ich für Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaft?

Entscheidend ist eine sorgfältige Dokumentation, die belegt, dass die Gefährdungsbeurteilung ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Ein zertifizierter Auditbericht, wie ihn etwa das GA-Psyche KIT erstellt, erleichtert den Umgang mit behördlichen Kontrollen und schützt vor Bußgeldern.

Welcher Anbieter eignet sich am besten für kleine Unternehmen?

Das hängt vom gewünschten Grad der Eigenständigkeit ab. Wer den Prozess selbst und kosteneffizient durchführen möchte, ist mit einem Selbstdurchführungs-Kit gut bedient – etwa dem GA Starter KIT für bis zu 50 Mitarbeitende. Berufsgenossenschaften wie die BGW bieten kleineren Betrieben zudem unterstützende Materialien für Bewertungsworkshops.

Jetzt kostenlose Demo anfordern

Überzeugen Sie sich selbst: Fordern Sie die kostenlose Demoversion des GA-Psyche KIT an und erfüllen Sie Ihre Pflicht nach § 5 ArbSchG eigenständig, bezahlbar und rechtssicher.