Arbeitsschutz ist Pflicht – aber wie geht man systematisch vor? Gefährdungen am Arbeitsplatz zu kartieren bedeutet, Risiken zu erkennen, zu bewerten und Maßnahmen festzulegen. Dabei sind nicht nur physische Gefahren, sondern auch psychische Belastungen wie Stress oder Zeitdruck entscheidend. Arbeitgeber sind laut §5 ArbSchG verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen – unabhängig von der Unternehmensgröße.

Die wichtigsten Schritte im Überblick:

  • Arbeitsbereiche und Tätigkeiten analysieren: Alle Arbeitsplätze und Aufgaben erfassen, inklusive Homeoffice.
  • Psychische Belastungen bewerten: Zeitdruck, soziale Konflikte und Arbeitsintensität untersuchen.
  • Maßnahmen umsetzen: Technische, organisatorische und personenbezogene Lösungen priorisieren.
  • Ergebnisse überprüfen: Wirksamkeit der Maßnahmen regelmäßig kontrollieren.
  • Risikokarte aktuell halten: Jährliche Updates und Anpassungen bei Veränderungen.

Tipp: Nutzen Sie digitale Tools wie Heatmaps oder Checklisten, um den Prozess effizienter zu gestalten und die Dokumentation rechtssicher zu führen. Für KMU bietet das GA-Psyche KIT praktische Vorlagen und Unterstützung. So schützen Sie Ihre Mitarbeitenden und erfüllen gesetzliche Vorgaben.

Was sind die 8 Schritte zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und was beinhaltet diese?

Vorbereitung vor dem Start

Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Aspekte bei der Gefährdungsbeurteilung übersehen werden. Ohne eine klare Struktur könnten wesentliche Risikobereiche unberücksichtigt bleiben, was möglicherweise rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Hier erfahren Sie, wie Sie strukturiert vorgehen können.

Arbeitsbereiche und Tätigkeiten erfassen

Zunächst sollten alle Arbeitsbereiche erfasst werden – von der Produktion über das Lager bis hin zu Pausenräumen und Homeoffice-Arbeitsplätzen. Dabei geht es nicht nur um die physischen Räume, sondern auch um die spezifischen Tätigkeiten, die dort ausgeführt werden. Ein Vertriebsmitarbeiter beispielsweise arbeitet nicht nur am Schreibtisch, sondern führt Kundengespräche, nimmt an Meetings teil und ist oft unterwegs. Jede dieser Tätigkeiten bringt unterschiedliche psychische Belastungen mit sich.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Arbeitsplätze mit wechselnden Bedingungen, wie Schichtarbeit, saisonale Tätigkeiten oder Teams, die häufig rotieren. Solche Bereiche weisen oft komplexe Belastungsmuster auf, die bei oberflächlicher Betrachtung leicht übersehen werden können.

Erforderliche Daten und Dokumente sammeln

Sammeln Sie relevante interne Dokumente wie Organigramme, Stellenbeschreibungen, Unfalldaten und Feedback von Mitarbeitenden. Incident-Reports und Krankheitsstatistiken geben wertvolle Hinweise auf bestehende Problembereiche. Wenn in bestimmten Abteilungen vermehrt Ausfälle auftreten, könnte das auf psychische Belastungen hinweisen.

Vergessen Sie nicht, die geltenden Gesetze und branchenspezifischen Vorschriften zu berücksichtigen. Auch externe Quellen wie Branchenstudien oder Leitfäden der Berufsgenossenschaften können hilfreich sein, um spezifische Risiken der Branche besser zu verstehen.

Teamrollen festlegen

Die Verantwortung für die Gefährdungsbeurteilung liegt bei der Unternehmensleitung und kann nicht vollständig delegiert werden. Führungskräfte und Vorgesetzte sind jedoch für die operative Umsetzung in ihren jeweiligen Bereichen verantwortlich, da sie die Arbeitsabläufe vor Ort am besten kennen.

Die Einbindung der Mitarbeitenden ist unverzichtbar, denn sie haben den besten Einblick in die tägliche Arbeitsrealität. Sicherheitsbeauftragte können als Vermittler zwischen Management und Belegschaft fungieren, während Betriebsräte als Mitbestimmungsorgan von Anfang an einbezogen werden sollten.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte bringen das nötige Fachwissen mit, um Risiken korrekt zu bewerten. In kleineren Unternehmen können externe Arbeitsschutzexperten hinzugezogen werden, um diese Aufgabe zu unterstützen.

Stellen Sie sicher, dass die Zuständigkeiten klar dokumentiert sind: Wer ist für welche Bereiche verantwortlich? Welche Befugnisse haben die Beteiligten? Wie wird die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren organisiert? Eine klare Rollenverteilung sorgt dafür, dass die Gefährdungsbeurteilung reibungslos abläuft.

5-Schritte-Prozess zur Kartierung von Arbeitsplatzgefährdungen

Nach der sorgfältigen Vorbereitung geht es an die praktische Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung. Ein strukturierter Ablauf sorgt dafür, dass Risiken nicht nur erkannt, sondern auch effektiv bewertet und behandelt werden. Die folgenden fünf Schritte bilden das Kernstück dieses Prozesses.

Schritt 1: Psychische Gefährdungen identifizieren

Psychische Belastungen sind oft schwerer zu erkennen als physische Gefahren. Deshalb ist es wichtig, alle Arbeitsbereiche systematisch zu betrachten. Achten Sie dabei auf Faktoren wie Unterbrechungen im Arbeitsablauf, Lärm, Platzmangel oder unergonomische Arbeitsplätze.

Eine umfassende Analyse gelingt nur mit Mitarbeiterbefragungen. Nutzen Sie anonyme Fragebögen und persönliche Gespräche, um Themen wie Zeitdruck, Arbeitsbelastung, soziale Konflikte oder die Work-Life-Balance anzusprechen. Fragen wie „Haben Sie genügend Zeit für Ihre Aufgaben?“ oder „Sind die Anweisungen Ihrer Vorgesetzten klar?“ liefern wertvolle Einblicke.

Vergessen Sie nicht, externe Einflüsse wie Kundenkontakt, Schichtarbeit oder saisonale Schwankungen zu berücksichtigen.

Schritt 2: Risiken bewerten und priorisieren

Nachdem alle Risiken erfasst wurden, folgt die Bewertung anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungsstärke. Eine Risikomatrix mit Skalen von 1 bis 5 eignet sich hervorragend, wobei 1 für „sehr gering“ und 5 für „sehr hoch“ steht. Der Risikowert ergibt sich aus der Multiplikation dieser beiden Faktoren.

Ein Beispiel: Zeitdruck (Wahrscheinlichkeit 4, Auswirkung 3) ergibt einen Risikowert von 12. Mobbing (Wahrscheinlichkeit 2, Auswirkung 5) ergibt 10.

Priorisieren Sie die Risiken: Werte über 15 erfordern sofortiges Handeln, Werte zwischen 10 und 15 mittelfristige Maßnahmen, und Werte unter 10 sollten langfristig beobachtet werden. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie viele Mitarbeitende betroffen sind – ein mittleres Risiko, das viele betrifft, kann dringender sein als ein hohes Risiko, das nur wenige betrifft.

Schritt 3: Schutzmaßnahmen umsetzen

Setzen Sie Maßnahmen nach dem Technik – Organisation – Personen-Prinzip um. Beginnen Sie mit technischen Lösungen, da diese oft am effektivsten sind. Beispiele sind Software zur Arbeitsverteilung oder Lärmschutzmaßnahmen für Großraumbüros.

Organisatorische Maßnahmen umfassen Änderungen in Arbeitsabläufen, Pausenregelungen oder Kommunikationsstrukturen. Regelmäßige Teammeetings können Informationslücken schließen, während klare Vertretungsregelungen Überlastung vermeiden.

Personenbezogene Maßnahmen, wie Schulungen oder Coachings, sollten gezielt eingesetzt werden. Seminare zu Stressmanagement sind hilfreich, ersetzen aber keine strukturellen Verbesserungen. Legen Sie klare Ziele, Verantwortlichkeiten und Zeitpläne fest, um die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.

Schritt 4: Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen

Nach der Einführung der ersten Maßnahmen sollte die Erfolgskontrolle innerhalb weniger Monate beginnen. Nutzen Sie dabei sowohl Kennzahlen wie Krankenstände, Fluktuation und Beschwerden als auch direkte Rückmeldungen der Mitarbeitenden.

Führen Sie Nachbefragungen durch und stellen Sie Fragen wie: „Hat sich Ihre Arbeitssituation verbessert?“ oder „Welche Probleme bestehen weiterhin?“ Diese Rückmeldungen sind oft aussagekräftiger als reine Zahlen.

Dokumentieren Sie die Ergebnisse und vergleichen Sie sie mit den ursprünglichen Zielen. Sollten Maßnahmen nicht wie gewünscht wirken, analysieren Sie die Gründe: Lag es an der Umsetzung, der Maßnahme selbst oder an veränderten Rahmenbedingungen? Passen Sie Ihre Strategie an und setzen Sie alternative Lösungen um. So stellen Sie sicher, dass die Maßnahmen langfristig Wirkung zeigen.

Schritt 5: Risikokarte aktuell halten

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein laufender Prozess. Planen Sie jährliche Überprüfungen, um neue Risiken oder Veränderungen in der Organisation zu berücksichtigen. Dazu gehören neue Technologien, veränderte Arbeitsabläufe oder organisatorische Änderungen.

Außerplanmäßige Updates können durch Arbeitsunfälle, neue Arbeitsplätze oder auffällige Krankmeldungen nötig werden. Ein Meldesystem für neue oder geänderte Risiken – etwa über digitale Plattformen oder regelmäßige Gespräche – stellt sicher, dass Probleme zeitnah erkannt und bearbeitet werden.

Halten Sie die Risikokarte stets aktuell und gestalten Sie sie übersichtlich. Einheitliche Symbole und Farben helfen allen Beteiligten, die Informationen schnell zu erfassen. Eine gut gepflegte Risikokarte wird so zu einem wichtigen Werkzeug für Entscheidungen rund um Arbeitsplatzgestaltung und Ressourcenplanung.

Tools und Methoden für die Gefährdungskartierung

Nach der theoretischen Vorbereitung und dem 5-Schritte-Prozess spielen die richtigen Werkzeuge eine entscheidende Rolle. Sie bestimmen, wie präzise und effizient die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird. Moderne Tools erleichtern nicht nur den Prozess, sondern gewährleisten auch die Einhaltung des § 5 ArbSchG.

Visuelle Risikokartierungs-Tools

Heatmaps bieten eine schnelle Übersicht über Risikobereiche, indem sie Arbeitszonen farblich kennzeichnen – von grün (geringes Risiko) bis rot (hohes Risiko). Risikomatrizen mit einem 5×5-Raster kombinieren Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß, wodurch Risiken vergleichbar werden und die Priorität von Maßnahmen klar hervorgehoben wird. Mit einer grundrissbasierten Kartierung lassen sich räumliche Zusammenhänge darstellen, was besonders bei ergonomischen Analysen und Arbeitsplatzanpassungen von Vorteil ist.

Digitale Tools bieten zusätzliche Vorteile: Sie ermöglichen schnelle Updates, Versionenvergleiche und die Integration von Fotos, Kommentaren oder Maßnahmenplänen direkt in die Kartierung.

Standardisierte Vorlagen und Checklisten

Checklisten helfen, den Bewertungsprozess zu strukturieren und sicherzustellen, dass keine relevanten Aspekte übersehen werden. Sie schaffen eine einheitliche Grundlage, die in allen Bereichen angewendet werden kann. Ergänzend dazu liefern standardisierte Fragebögen sowohl quantitative als auch qualitative Einblicke.

Branchenspezifische Vorlagen sind besonders nützlich, da sie die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Branchen berücksichtigen. So unterscheiden sich die Risikofaktoren in einem Büro deutlich von denen in einer Produktionshalle oder bei einem Dienstleister mit direktem Kundenkontakt. Solche angepassten Vorlagen sparen Zeit und erhöhen die Präzision der Beurteilung.

Mitarbeiterbefragungsbögen sollten eine Mischung aus geschlossenen und offenen Fragen enthalten. Während Skalen von 1 bis 5 eine einfache Auswertung ermöglichen, liefern Freitextfelder oft wertvolle Hinweise auf konkrete Probleme am Arbeitsplatz.

Die Dokumentationsvorlagen müssen den rechtlichen Anforderungen genügen. Sie sollten Angaben wie das Bewertungsdatum, verantwortliche Personen, identifizierte Risiken und geplante Maßnahmen umfassen. Eine vollständige Dokumentation ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch bei Betriebsprüfungen oder im Falle eines Arbeitsunfalls von großer Bedeutung.

Zusätzlich unterstützt das GA-Psyche KIT bei der Umsetzung der Maßnahmen.

GA-Psyche KIT: Komplettes Bewertungs-Toolkit

GA-Psyche KIT

Das GA-Psyche KIT wurde speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt, die ihre psychischen Gefährdungsbeurteilungen eigenständig durchführen möchten. Es bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die auch ohne Vorkenntnisse durch den gesamten Prozess führt.

Das Toolkit enthält anpassbare Vorlagen, die auf Branchen, Unternehmensgrößen sowie spezielle Arbeitsbedingungen wie Homeoffice oder Schichtarbeit zugeschnitten sind. Ein umfassender Maßnahmenkatalog liefert konkrete Lösungsvorschläge für erkannte Risiken.

Ein Highlight des GA-Psyche KIT ist die Zertifizierung mit Auditbericht, die Behörden und Berufsgenossenschaften belegt, dass die Gefährdungsbeurteilung ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Dadurch können teure externe Beratungskosten eingespart und gleichzeitig Rechtssicherheit gewährleistet werden.

Das System wird regelmäßig aktualisiert, um neue gesetzliche Vorgaben und Erkenntnisse der Arbeitspsychologie zu integrieren. Nutzer profitieren automatisch von neuen Vorlagen und erweiterten Funktionen ohne zusätzliche Kosten.

Für kleinere Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden steht das GA Starter KIT zur Verfügung. Das vollständige GA-Psyche KIT ist für Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten ausgelegt. Beide Varianten bieten alle notwendigen Werkzeuge, um eine professionelle psychische Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und den Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes gerecht zu werden.

Dokumentation und rechtliche Compliance

Nachdem die Gefährdungen systematisch erfasst wurden, ist der nächste Schritt die präzise Dokumentation und deren regelmäßige Aktualisierung. Diese Dokumentation ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch eine wichtige Grundlage für den Arbeitsschutz.

Warum ordnungsgemäße Dokumentation wichtig ist

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) schreibt in § 6 vor, dass Arbeitgeber die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung dokumentieren müssen. Diese Pflicht gilt bereits ab dem ersten Beschäftigten und umfasst sowohl die identifizierten Gefährdungen als auch die definierten Schutzmaßnahmen.

Die Dokumentation spielt eine zentrale Rolle bei Betriebsprüfungen durch die Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaften. Unvollständige oder fehlerhafte Unterlagen können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Gleichzeitig zeigt eine sorgfältige Dokumentation die Erfüllung der Sorgfaltspflicht und das Engagement für bessere Arbeitsbedingungen.

Auch für Zertifizierungen nach Standards wie ISO 45001 ist eine lückenlose Dokumentation unerlässlich. Sie bildet die Grundlage für interne Audits und Managementbewertungen, die wiederum helfen, Trends zu erkennen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten. So entsteht eine transparente und nachvollziehbare Grundlage, die allen Beteiligten Sicherheit bietet.

Papier- vs. digitale Dokumentation

Die Wahl zwischen analoger und digitaler Dokumentation beeinflusst die Effizienz und Qualität der Gefährdungsbeurteilung maßgeblich.

Aspekt Papierdokumentation Digitale Dokumentation
Erstaufwand Gering, sofort einsetzbar Höher durch Einführung eines Systems
Langfristige Kosten Hoch durch Druck und Archivierung Gering nach der Implementierung
Suchfunktion Zeitaufwändig, manuell Schnell und präzise
Versionskontrolle Aufwendig, fehleranfällig Automatisch mit Historie
Datensicherheit Verlustgefahr durch Brand, Diebstahl Sicher durch Backups und Cloud-Speicher
Zusammenarbeit Nur vor Ort möglich Simultaner Zugriff für mehrere Nutzer
Updates Neu erstellen Leicht anpassbar
Compliance Aufwendige Nachweise Automatische Berichte und Erinnerungen

Digitale Lösungen bieten zusätzliche Vorteile wie automatische Erinnerungen für Überprüfungstermine, die Integration von Fotos zur visuellen Dokumentation und Schnittstellen zu anderen Systemen im Unternehmen. Sie erleichtern außerdem die Analyse von Daten und die Erstellung von Managementberichten.

Beide Varianten erfüllen die Anforderungen an die Rechtssicherheit, solange die Inhalte vollständig und nachvollziehbar sind. Digitale Signaturen und Zeitstempel können jedoch zusätzliche Sicherheit bieten. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, die regelmäßige Aktualisierung der Unterlagen ist entscheidend.

Regelmäßige Aktualisierung und kontinuierliche Verbesserung

Die Gefährdungsbeurteilung ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein laufender Prozess. Nach § 3 ArbSchG sind regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen erforderlich, um auf veränderte Bedingungen zu reagieren.

Gründe für Aktualisierungen können neue Arbeitsplätze, Änderungen in Arbeitsabläufen, technische Neuerungen oder Arbeitsunfälle sein. Auch gesetzliche Neuerungen, wie etwa Änderungen in Verordnungen oder technischen Regeln, machen eine Überarbeitung notwendig.

In der Praxis hat sich eine jährliche Grundüberprüfung bewährt. Dabei wird überprüft, ob die dokumentierten Gefährdungen und Maßnahmen noch aktuell und wirksam sind. Besonders bei psychischen Belastungen können sich die Bedingungen schnell ändern, beispielsweise durch neue Software, geänderte Arbeitszeiten oder organisatorische Umstrukturierungen.

Das Feedback der Mitarbeiter ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses. Regelmäßige Befragungen oder Sicherheitsgespräche decken oft Probleme auf, die in der ursprünglichen Beurteilung übersehen wurden. Diese Erkenntnisse sollten in die Dokumentation einfließen.

Eine Versionierung der Dokumente ist ebenfalls wichtig. Jede Änderung sollte mit Datum, Grund der Änderung und verantwortlicher Person dokumentiert werden. Das erleichtert sowohl interne Überprüfungen als auch externe Audits.

Zusätzlich können Kennzahlen wie die Anzahl identifizierter Gefährdungen, umgesetzte Maßnahmen oder die Zufriedenheit der Mitarbeiter herangezogen werden, um den Erfolg der Gefährdungsbeurteilung zu messen. Diese Daten sollten regelmäßig erhoben und in der Dokumentation festgehalten werden.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte für eine effektive Gefährdungskartierung

Eine effektive Gefährdungskartierung ist weit mehr als nur eine gesetzliche Verpflichtung – sie bildet die Grundlage für einen sicheren Arbeitsplatz und schützt Unternehmen vor rechtlichen Risiken. Die fünf Schritte gemäß § 5 ArbSchG bieten dabei eine klare Struktur für die Umsetzung.

Wie bereits erläutert, ist eine gründliche Vorbereitung und die kontinuierliche Aktualisierung der Schlüssel zum Erfolg. Die systematische Erfassung, Bewertung, Umsetzung und Kontrolle von Maßnahmen sorgt dafür, dass der Arbeitsschutz langfristig wirksam bleibt. Besonders wichtig: Regelmäßige Überprüfungen der Wirksamkeit und die fortlaufende Anpassung der Risikokartierung an neue Gegebenheiten.

Der Einsatz digitaler Dokumentationssysteme bringt dabei klare Vorteile. Sie bieten automatische Erinnerungen, erleichtern die Versionskontrolle und gewährleisten eine höhere Datensicherheit – und das bei langfristiger Kosteneinsparung.

Für kleinere Unternehmen, die externe Beratungskosten vermeiden möchten, stellt das GA-Psyche KIT eine praxisnahe Lösung dar. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, vorgefertigten Vorlagen und der Möglichkeit einer abschließenden Zertifizierung können Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern die psychische Gefährdungsbeurteilung selbstständig durchführen und alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Der Erfolg einer Gefährdungskartierung hängt letztlich von einer zielgerichteten Umsetzung und der aktiven Einbindung aller Beteiligten ab. Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, jährliche Überprüfungen und die Dokumentation relevanter Kennzahlen schaffen Transparenz und ermöglichen eine stetige Verbesserung der Arbeitsbedingungen. So wird aus einer gesetzlichen Pflicht ein wirksames Werkzeug für mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

FAQs

Welche digitalen Hilfsmittel eignen sich am besten für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz?

Digitale Werkzeuge für Gefährdungsbeurteilungen machen es Unternehmen einfacher, Risiken strukturiert zu erfassen und notwendige Maßnahmen zu dokumentieren. Sie bieten häufig Vorlagen und flexible Anpassungsmöglichkeiten, um den spezifischen Anforderungen eines Unternehmens gerecht zu werden.

Mit diesen Tools lässt sich der gesamte Prozess übersichtlich und rechtssicher abbilden – von der Planung bis zur Umsetzung. Dazu gehören auch die Verwaltung von Maßnahmen und die Nachverfolgung offener Aufgaben. Einige Anwendungen punkten zusätzlich mit intuitiven Dashboards, die eine klare Übersicht liefern und die Zuweisung von Schutzmaßnahmen erleichtern.

Gerade für kleinere Unternehmen kann ein Toolkit wie das GA-Psyche KIT eine große Unterstützung sein. Es bietet Vorlagen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auch die eigenständige Durchführung psychologischer Gefährdungsbeurteilungen ermöglichen.

Wie können Unternehmen psychische Belastungen am Arbeitsplatz effektiv erkennen und bewerten?

Um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu erkennen und gezielt zu bewerten, ist eine systematische Gefährdungsbeurteilung unerlässlich. Dabei werden sämtliche Arbeitsbereiche und Tätigkeiten Schritt für Schritt analysiert, um mögliche Risiken – auch solche, die nicht sofort offensichtlich sind – aufzudecken.

Ziel ist es, zu prüfen, ob die bestehenden Schutzmaßnahmen ausreichen oder ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind. Dabei ist es entscheidend, die Gefährdungen nicht nur isoliert, sondern auch in ihrem Zusammenspiel zu betrachten. Ein strukturierter Ansatz, wie ihn etwa das GA-Psyche KIT bietet, erleichtert diesen Prozess erheblich. Selbst kleinere Unternehmen können so den Anforderungen gerecht werden und sicherstellen, dass sie gesetzliche Vorgaben einhalten.

Wie unterstützt das GA-Psyche KIT kleine und mittlere Unternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung?

Das GA-Psyche KIT unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, psychologische Gefährdungsbeurteilungen selbstständig und zu einem überschaubaren Preis durchzuführen. Es enthält eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie eine Vielzahl von Vorlagen und Werkzeugen, die speziell auf die Anforderungen kleinerer Betriebe abgestimmt sind.

Mit diesem Toolkit können Unternehmen den gesamten Prozess strukturiert und effizient gestalten. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Am Ende des Verfahrens erhalten die Nutzer eine Zertifizierung inklusive Auditbericht, der zusätzliche Sicherheit und Transparenz bietet.

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